AUSZEIT 1/2021 – Dein Weg beginnt mit einem kleinen Schritt

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Gibt es eigentlich so etwas wie meinen „eigenen Weg“? Also einen Weg, der schon von vornherein zu mir passt, der tief in mir schon vorgezeichnet ist? Oder ist mein Weg der, den ich am Ende meines Lebens gegangen bin, der sich also nur aus der Rückschau ergibt? Ich persönlich meine, dass auch hier – wie so oft – die Wahrheit in der Mitte liegt. 

Selbstverständlich stehen wir im Laufe unseres Lebens vor Entscheidungen, in denen wir uns die Frage stellen müssen: Ist das, was wir gerade tun, wie wir gerade leben, das, was wir wirklich wollen? Füllt es uns aus und umgekehrt, füllen wir den Platz wirklich aus, an dem wir grad stehen? Und oft fühlen und wissen wir, dass es nicht so ist. Ob der „Leidensdruck“ einerseits und unsere Kraft andererseits ausreichen, umzukehren oder eine neue Richtung einzuschlagen, ist sicher bei jedem von uns ganz unterschiedlich gewesen. Oder es wird unterschiedlich sein, je nach der ganz persönlichen Lebenssituation. Deshalb gibt es auch keine Patentlösung, keine bei jedem funktionierende To-Do-Liste. Aber eines gilt immer: Wir sollten jederzeit den Mut haben, uns die Frage nach unserem Weg zu stellen. Und wir sollten zumindest bereit sein, auch die Konsequenzen aus dieser Frage zu ziehen. 

Ich selbst bin ja nun in einem Alter, in dem der größte Teil meines Lebens bereits hinter mir liegt. Allerdings werde ich vor allem von meinen Töchtern immer wieder daran erinnert, dass er noch nicht zu ende ist. „Wie siehst du dich eigentlich im Alter? Was hast du vor? Wann fängst du damit an?“ Ehrlich gesagt bleibe ich hier die Antwort meist schuldig oder antworte mit ein paar Allgemeinplätzen. Denn ich weiß es wirklich nicht. Das mag in erster Linie daran liegen, wie mein bisheriger Weg zustande gekommen ist. Und da war nicht viel mit „Anfang-Plan-Planumsetzung-Ende“. Vielmehr schaue ich heute auf einen Weg zurück, der voller Brüche, Katastrophen, Glücksfälle und Überraschungen war. Jedesmal wenn mich der Sturm des Lebens in eine andere Richtung geweht hatte, ist auch dieser Teil des Weges irgendwann explodiert und mir um die Ohren geflogen.

Wenn meine Töchter mir heute sagen, dass sie genau diese Abwechslung, diese Vielfalt an meinem Weg schätzen, muss ich sagen, dass ich ja meistens gar nichts dafür konnte. Aber etwas anderes habe ich hinbekommen, hinbekommen müssen: Je härter die Brüche, je „ungewohnter“ die neuen Herausforderungen waren, desto mehr habe ich gelernt, mir zu vertrauen. Mir zu vertrauen, dass ich auch das hinkriegen werde, dass ich auch hier Wege finden werde, mich einzubringen und auch dieses Stück des Weges zu meinem eigenen zu machen.Von daher kann ich meine Töchter damit beruhigen, dass das auch für die nächsten Jahre so bleiben wird, auf Wegen, von denen ich jetzt vielleicht noch gar nichts weiß …

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