DER FACHHÄNDLER 3/2016

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Cover DER FACHHÄNDLER 3/2016

Ein Stick für Genießer

Zwanzig Jahre digitales Fernsehen – das klingt erst einmal nicht so besonders viel. Aber wer als Fachhändler schon so lange im Geschäft ist, kommt sicher so ab und an ins Staunen, wenn er daran zurückdenkt, was vor zwanzig Jahren so alles in seinem Regal stand – und was eben noch nicht.

Nachdem 1995 auf der IFA das Thema digitales Fernsehen das erste Mal für Furore sorgte, starteten 1996 in Deutschland die ersten digitalen Satellitenkanäle, oft noch mit technischen Erprobungslizenzen. In den Fachgeschäften standen aber noch die guten alten Röhrengeräte, die größten brachten es auf 80 Zentimeter Bilddiagonale, und damit meist auch auf fast 80 Kilogramm Gewicht. Da musste man als Händler bei der Anlieferung schon genau schauen, wen man da zum Tragen mitschickt. Erst 1999 gab es die ersten Flachbildschirme, damals noch teure Plasmageräte. Aber schon 2001 kamen mit den LCD-Geräten Flachbildschirme ins Spiel, die nun auch zur Massenware werden konnten.

Allerdings war nun auch Content gefragt, da auf den immer größeren neuen TV-Geräten das Bild in der Standardauflösung wegen der schlechten Qualität nur von weitem einigermaßen zu ertragen war. Der Einstieg in das Zeitalter der hochauflösenden Standards verlief einigermaßen holprig. Während auf der einen Seite erst so nach und nach auch im Original hochauflösende Inhalte bereitstanden, tobte auf der anderen Seite der Formatkampf um Standardlabel und Pixelmaße.

Mancher Fachhändler kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass die Kunden erbost ins Geschäft zurück kamen, weil sie grade erst einen Fernseher mit „HD-Ready“ gekauft hatten, und nun mitkriegen mussten, dass das neue „Full HD“ nicht so ohne weiteres auf dem Gerät zu genießen war.

Letztendlich hat sich HD aber weitgehend durchgesetzt, auch wenn der wirkliche Verkaufsboom bei TV-Geräten erst mit der Analogabschaltung 2012 eintrat. Seit dem geht der TV-Geräte-Absatz tendenziell zurück, trotz Smart-, 3D- oder Curved-TV. An Formatlabeln und Abkürzungen herrscht allerdings kein Mangel – HD, UHD, S-UHD, HDR, LCD, LED, OLED, QLED und so weiter.

Mancher Kunde ist da beim Nachvollziehen der Angebote schon verzweifelt ausgestiegen und auf eine qualifizierte Beratung angewiesen – eine Chance für den Fachhandel, vorausgesetzt, die Kaufnachfrage steigt wieder ein wenig. Ob die technische Weiterentwicklung dazu beitragen kann, ist eine Frage, auf die es vielleicht schon auf der diesjährigen IFA eine Antwort geben kann. In diesem Sinne – Viel Spaß beim Messerundgang!

Diese und viele weitere Themen lesen Sie in DER FACHHÄNDLER Ausgabe 1/2018, die ab sofort im Fachhandel erhältlich ist. Die aktuelle Zeitschrift und ältere Ausgaben erhalten Sie auch online über www.heftkaufen.de.

Bildquellen

  • Cover DER FACHHÄNDLER 3/2016: Auerbach Verlag